Selbstzweifel überwinden – Selbstvertrauen und innere Sicherheit stärken
Weniger an Dir zweifeln. Mehr Dir selbst vertrauen.
Wenn der Zweifel immer mitredet
Vielleicht kennst Du dieses Gefühl:
Du möchtest etwas tun – und unmittelbar danach kommt der Gedanke:
Bin ich dafür überhaupt gut genug?
Vielleicht bereitest Du Dich gründlich vor und zweifelst trotzdem.
Du bekommst Anerkennung und denkst:
Die wissen wahrscheinlich nur nicht, wie unsicher ich eigentlich bin.
Du triffst eine Entscheidung und gehst sie anschließend immer wieder im Kopf durch.
Oder Du vergleichst Dich mit anderen und findest dabei erstaunlich schnell Gründe, warum sie kompetenter, souveräner oder erfolgreicher wirken als Du.
Selbstzweifel können sehr laut sein.
Sie können aber auch ziemlich unauffällig im Hintergrund mitlaufen und trotzdem beeinflussen, wie Du Dich entscheidest, was Du Dir zutraust und welche Möglichkeiten Du überhaupt wahrnimmst.
Vielleicht sieht von außen niemand, wie viel Du zweifelst
Selbstzweifel bedeuten nicht automatisch, dass jemand unsicher wirkt.
Vielleicht bist Du beruflich erfolgreich.
Verlässlich.
Gut vorbereitet.
Verantwortungsbewusst.
Vielleicht halten andere Dich sogar für besonders souverän.
Und trotzdem denkst Du innerlich:
Wenn ich einen Fehler mache, merken alle, dass ich eigentlich gar nicht so gut bin.
Dann können Selbstzweifel sogar ein Motor werden.
Du bereitest Dich besonders gründlich vor.
Kontrollierst noch einmal.
Machst lieber etwas mehr.
Versuchst, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.
Das kann lange sehr gut funktionieren.
Nur kostet es häufig viel Kraft.
Wenn „gut“ nie wirklich gut genug ist
Selbstzweifel und Perfektionismus können eng miteinander verbunden sein.
Wenn Du Dir selbst nicht wirklich vertraust, kann Perfektion zu einer Art Absicherung werden.
Noch einmal prüfen.
Noch besser vorbereiten.
Noch etwas verbessern.
Erst anfangen, wenn Du wirklich sicher bist.
Oder etwas lieber gar nicht versuchen, wenn die Möglichkeit besteht, zu scheitern.
Genau dort können Selbstzweifel anfangen, Dein Leben kleiner zu machen.
Vielleicht bewirbst Du Dich nicht auf eine Stelle, die Dich eigentlich interessieren würde, weil Du davon ausgehst, noch nicht gut genug zu sein.
Vielleicht sagst Du in einer Besprechung nichts, obwohl Du eine Idee hast.
Vielleicht schiebst Du ein eigenes Projekt immer wieder auf, weil es noch nicht gut genug vorbereitet ist.
Oder Du brauchst für Entscheidungen sehr viel länger, weil Du immer noch eine weitere Sicherheit suchst, dass Du keinen Fehler machst.
Während andere längst handeln, bist Du noch damit beschäftigt, zu prüfen, ob Du Dir die Entscheidung überhaupt zutrauen kannst.
Das kann dazu führen, dass Möglichkeiten vorbeiziehen.
Dass andere weniger von Dir sehen, als eigentlich in Dir steckt.
Oder dass Du Dich irgendwann fragst:
Warum traue ich mich eigentlich so wenig, obwohl ich weiß, dass ich vieles könnte?
Dann sind Selbstzweifel nicht mehr nur unangenehme Gedanken. Sie bestimmen zunehmend mit, welche Erfahrungen Du überhaupt machst – und welche nicht.
Vielleicht hält Dich der Zweifel davon ab, überhaupt etwas auszuprobieren
Manchmal zeigt sich Selbstunsicherheit weniger im Grübeln und stärker darin, was Du nicht tust.
Du bewirbst Dich nicht.
Sprichst eine Idee nicht aus.
Beginnst ein Projekt nicht.
Fragst jemanden nicht.
Sagst Deine Meinung nicht.
Oder bleibst lieber bei dem, was Du schon kennst.
Nicht unbedingt, weil Du es nicht möchtest.
Sondern weil der Gedanke auftaucht:
Was, wenn ich es nicht kann?
Was, wenn ich mich blamiere?
Was, wenn ich scheitere?
Dann kann Selbstzweifel irgendwann nicht nur das eigene Gefühl beeinflussen, sondern auch den Raum, den Du Dir im Leben überhaupt erlaubst.
Selbstvertrauen bedeutet nicht, keine Zweifel mehr zu haben –
sondern Dir auch dann etwas zuzutrauen, wenn Du nicht vollkommen sicher bist.
Selbstvertrauen bedeutet nicht, immer sicher zu sein
Selbstvertrauen wird manchmal mit völliger Sicherheit verwechselt.
Als müsste man irgendwann an einen Punkt kommen, an dem keine Zweifel mehr auftauchen.
Das halte ich für wenig realistisch.
Neue Situationen können verunsichern.
Fehler können passieren.
Entscheidungen können sich im Nachhinein als ungünstig herausstellen.
Selbstvertrauen bedeutet deshalb nicht:
Ich weiß immer, dass ich richtig liege.
Es kann vielmehr bedeuten:
Ich vertraue darauf, dass ich mit dem umgehen kann, was passiert.
Dass ich lernen darf.
Dass ich Fehler korrigieren kann.
Dass eine schwierige Situation nicht automatisch etwas über meinen Wert aussagt.
Und dass ich mich selbst nicht fallen lassen muss, nur weil etwas nicht funktioniert.
Woher kommen starke Selbstzweifel?
Es gibt darauf keine allgemeine Antwort.
Vielleicht hast Du früh erlebt, dass Anerkennung stark an Leistung gekoppelt war.
Vielleicht wurden Fehler kritisch bewertet.
Vielleicht wurdest Du häufig verglichen.
Vielleicht gab es wenig Bestätigung.
Oder Du hast selbst sehr hohe Ansprüche entwickelt.
Manchmal entsteht Unsicherheit auch nach belastenden Erfahrungen, wiederholtem Scheitern, Zurückweisung oder längeren Lebensphasen, in denen das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung oder die eigenen Fähigkeiten verloren gegangen ist.
Entscheidend ist nicht, möglichst schnell eine Ursache zu finden.
Sondern zu verstehen:
Was hält Deine Zweifel heute aufrecht?
Und was brauchst Du, um Dir selbst wieder mehr zu vertrauen?
Selbstvertrauen wächst auch durch Selbstwirksamkeit
Selbstvertrauen entsteht nicht nur durch neue Gedanken über Dich.
Es kann auch wachsen, wenn Du erlebst:
Ich kann etwas beeinflussen.
Ich kann eine Entscheidung treffen.
Ich kann handeln.
Ich kann etwas ausprobieren und mit dem Ergebnis umgehen.
Ich kann Grenzen setzen.
Ich kann eine schwierige Situation bewältigen.
Dieses Erleben von Selbstwirksamkeit kann ein wichtiger Gegenpol zu dem Gefühl sein, den eigenen Zweifeln ausgeliefert zu sein.
Manchmal entsteht Vertrauen deshalb nicht zuerst im Denken.
Sondern dadurch, dass Du Schritt für Schritt neue Erfahrungen mit Dir selbst machst.
Was wir gemeinsam anschauen können
Je nach Deinem Anliegen kann es beispielsweise darum gehen,
selbstkritische Gedanken bewusster wahrzunehmen,
herauszufinden, wodurch Deine Selbstzweifel ausgelöst oder verstärkt werden,
Perfektionismus und sehr hohe Ansprüche besser zu verstehen,
eigene Fähigkeiten realistischer einzuschätzen,
den ständigen Vergleich mit anderen zu hinterfragen,
Fehler weniger unmittelbar mit Deinem persönlichen Wert zu verbinden,
Entscheidungen zu treffen, ohne jede Unsicherheit vorher beseitigen zu müssen,
Dinge auszuprobieren, obwohl Zweifel da sind,
mehr Selbstwirksamkeit zu erleben
und Schritt für Schritt mehr Vertrauen in Deine eigene Wahrnehmung und Deine Fähigkeiten zu entwickeln.
Dabei geht es nicht darum, Dir einzureden, dass Du alles kannst.
Es geht darum, Dich selbst realistischer wahrzunehmen – einschließlich Deiner Fähigkeiten, Grenzen und Entwicklungsmöglichkeiten.
Was sich entwickeln kann
Vielleicht brauchst Du irgendwann weniger Bestätigung von außen.
Du kannst eine Entscheidung treffen, ohne sie anschließend stundenlang infrage zu stellen.
Ein Fehler fühlt sich vielleicht unangenehm an, aber nicht mehr wie ein Beweis dafür, dass Du grundsätzlich nicht gut genug bist.
Du kannst Dich mit anderen vergleichen, ohne automatisch schlechter abzuschneiden.
Oder Du traust Dich an Dinge heran, die Du früher schon im Vorfeld ausgeschlossen hättest.
Nicht weil jede Unsicherheit verschwunden ist.
Sondern weil sie nicht mehr darüber entscheidet, was Du Dir erlaubst.
Dir selbst vertrauen, auch wenn Du nicht alles kontrollieren kannst
Vielleicht wird es nie den Moment geben, in dem Du Dich für jede Entscheidung vollkommen bereit fühlst.
Aber Du kannst lernen, Dich selbst auch durch Unsicherheit hindurch zu begleiten.
Nicht mit dem Anspruch:
Ich darf nie wieder zweifeln.
Sondern mit der Haltung:
Auch wenn ich zweifle, kann ich mir vertrauen.
In einem kostenlosen Erstgespräch können wir schauen, was Dich aktuell beschäftigt und ob meine Begleitung für Dich passend ist.
Wichtiger Hinweis
Starke Selbstzweifel, ausgeprägter Perfektionismus oder ein niedriger Selbstwert können Teil sehr unterschiedlicher psychischer Belastungen sein. Deshalb ist eine individuelle Einordnung wichtig.
Meine Praxis bietet ambulante psychotherapeutische Begleitung und kann je nach Verfügbarkeit auch zeitnah Termine ermöglichen. Wenn Du jedoch sofortige Hilfe innerhalb von Stunden benötigst, eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung besteht oder eine medizinisch-psychiatrische Notfallversorgung beziehungsweise ein stationärer Behandlungsrahmen erforderlich ist, ist meine Praxis dafür nicht die passende Anlaufstelle.
Vielleicht erkennst Du Dich auch hier wieder
Wenn Dein innerer Umgang mit Dir selbst von starker Kritik oder Abwertung geprägt ist.
Wenn Du Dich häufig zurückstellst oder Dir schwerfällt, für Dich selbst einzustehen.
Wenn Zweifel Dich besonders bei Entscheidungen und der Frage nach Deinem eigenen Weg verunsichern.
