Systemische Therapie – Zusammenhänge verstehen und neue Perspektiven entwickeln
Wenn sich Probleme immer wieder zeigen und Du besser verstehen möchtest, welche Muster, Beziehungen und Dynamiken dabei eine Rolle spielen.
Manchmal liegt das Problem nicht nur in Dir
Vielleicht kennst Du Situationen, in denen Du Dich immer wieder ähnlich verhältst.
Obwohl Du eigentlich weißt, dass Du es anders möchtest.
Vielleicht kannst Du im Beruf problemlos Grenzen setzen – aber gegenüber Deinen Eltern kaum Nein sagen.
Vielleicht übernimmst Du in Deiner Familie immer wieder Verantwortung, obwohl Du längst erwachsen bist und diese Rolle eigentlich gar nicht mehr möchtest.
Oder Du bemerkst, dass Du in Beziehungen regelmäßig an ähnliche Punkte kommst.
Dann kann die Frage
Was stimmt eigentlich mit mir nicht?
zu kurz greifen.
Denn Menschen entwickeln ihr Verhalten nicht unabhängig von ihrem Umfeld.
Wir leben in Beziehungen.
Familien.
Partnerschaften.
Freundschaften.
Teams.
Arbeitsstrukturen.
Und innerhalb solcher Systeme entstehen Erwartungen, Rollen und Dynamiken, die beeinflussen können, wie wir uns verhalten und welche Möglichkeiten wir überhaupt wahrnehmen.
Systemische Therapie richtet den Blick deshalb nicht nur auf eine einzelne Reaktion, sondern auch auf die Zusammenhänge, in denen sie entsteht.
Manches Verhalten ergibt plötzlich mehr Sinn, wenn sichtbar wird,
welche Rolle Du in einem bestimmten System übernommen hast.
Welche Rolle übernimmst Du immer wieder?
Vielleicht bist Du die Person, die vermittelt.
Die Verantwortung übernimmt.
Die Ruhe bewahrt.
Die Probleme löst.
Die sich anpasst.
Oder dafür sorgt, dass niemand miteinander in Konflikt gerät.
Solche Rollen können einmal sehr sinnvoll gewesen sein.
Vielleicht haben sie Dir geholfen, Beziehungen zu erhalten, Sicherheit herzustellen oder mit schwierigen Situationen umzugehen.
Problematisch wird es häufig erst dann, wenn eine Rolle so selbstverständlich geworden ist, dass Du kaum noch merkst, dass Du überhaupt eine andere Möglichkeit hättest.
Vielleicht möchtest Du eine Grenze setzen – und fühlst Dich sofort verantwortlich dafür, wie die andere Person darauf reagiert.
Vielleicht möchtest Du eine Aufgabe abgeben – und hast gleichzeitig das Gefühl, dass dann alles auseinanderfällt.
Oder Du möchtest Dich aus einem Konflikt heraushalten und bemerkst trotzdem, dass Du automatisch wieder vermittelst.
Dann kann systemische Arbeit helfen, genauer hinzuschauen:
Welche Funktion hat meine bisherige Rolle?
Was hält sie aufrecht?
Was befürchte ich, wenn ich sie verändere?
Und was könnte dadurch überhaupt erst möglich werden?
Systeme gibt es nicht nur im Außen
Bei „systemischer Arbeit“ denken viele zunächst an Familie oder Partnerschaft.
Das gehört dazu.
Aber auch innerhalb eines Menschen können unterschiedliche Bedürfnisse, Bestrebungen oder innere Positionen gleichzeitig wirksam sein.
Vielleicht möchte ein Teil von Dir etwas verändern.
Ein anderer möchte Sicherheit.
Ein Teil möchte Grenzen setzen.
Ein anderer fürchtet Ablehnung.
Ein Teil möchte endlich eine Entscheidung treffen.
Und ein anderer möchte verhindern, dass Du etwas verlierst oder bereust.
Dann kann die Frage
Was will ich denn nun wirklich?
frustrierend werden.
Denn möglicherweise gibt es nicht nur eine einzige eindeutige Antwort.
Systemische Arbeit kann helfen, verschiedene Bedürfnisse, Bestrebungen oder innere Positionen zunächst nebeneinander wahrzunehmen und zu verstehen, wie sie miteinander in Beziehung stehen.
Dadurch kann deutlicher werden, wo ein innerer Konflikt entsteht und was die unterschiedlichen Seiten eigentlich zu schützen oder zu erreichen versuchen.
Zusammenhänge sichtbar machen
Manche Dinge werden verständlicher, wenn wir nicht nur darüber sprechen.
Deshalb arbeite ich systemisch auch mit räumlichen Darstellungen.
Dabei können beispielsweise Figuren, Gegenstände oder Bodenanker verwendet werden.
Vielleicht stellst Du damit eine Familie dar.
Eine Partnerschaft.
Ein Team.
Eine schwierige Entscheidung.
Oder verschiedene Aspekte eines inneren Konflikts.
Dadurch kann sichtbar werden:
Wer steht wem nah?
Wo entsteht Distanz?
Wer oder was nimmt besonders viel Raum ein?
Was fehlt?
Wo stehst Du selbst?
Und wie fühlt sich die dargestellte Situation aus Deiner Perspektive an?
Es geht dabei nicht darum, dass ich Dir erkläre, wie Dein System „wirklich“ aussieht.
Du stellst Deine Wahrnehmung und Dein Erleben dar.
Und genau damit arbeiten wir.
Die Perspektive wechseln
Ein weiterer systemischer Zugang kann darin bestehen, eine Situation aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Nicht, um festzustellen, welche Sichtweise die einzig richtige ist.
Sondern um mehr davon zu verstehen, was innerhalb einer Beziehung oder eines Systems passiert.
Vielleicht kennst Du Deine eigene Position sehr gut.
Aber was verändert sich, wenn Du versuchst, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten?
Was wird dann sichtbar?
Was bleibt gleich?
Was verändert sich?
Und was bedeutet das anschließend für Deine eigene Position?
Bei räumlicher Arbeit kann es manchmal auch hilfreich sein, tatsächlich unterschiedliche Positionen einzunehmen und wahrzunehmen, was sich dadurch verändert.
Das geschieht vorsichtig und immer in Bezug auf Dein konkretes Anliegen.
Auch die Vergangenheit kann eine Rolle spielen – muss aber nicht im Mittelpunkt stehen
Manche heutige Rollen und Beziehungsmuster haben eine längere Geschichte.
Vielleicht hast Du früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen.
Konflikte zu vermeiden.
Andere Menschen genau zu beobachten.
Oder Dich an bestimmte Erwartungen anzupassen.
Dann kann es hilfreich sein zu verstehen, wie diese Muster entstanden sind.
Systemische Therapie muss sich aber nicht ständig mit der Vergangenheit beschäftigen.
Oft ist mindestens genauso wichtig:
Wie wirkt dieses Muster heute?
Wo tritt es auf?
Was hält es aufrecht?
Und welche neuen Möglichkeiten möchtest Du entwickeln?
Der Blick auf die Vergangenheit dient dann nicht dazu, dort stehenzubleiben, sondern heutige Zusammenhänge verständlicher zu machen.
Wenn ein Muster einmal sinnvoll war
Viele Verhaltensweisen, die heute Probleme machen, hatten irgendwann einen Sinn.
Vielleicht hat Anpassung Beziehungen geschützt.
Kontrolle hat Sicherheit gegeben.
Verantwortung hat verhindert, dass etwas aus dem Ruder läuft.
Oder Rückzug hat Dich vor Konflikten geschützt.
Deshalb interessiert mich weniger die Frage:
Wie bekomme ich dieses Verhalten möglichst schnell weg?
Sondern zunächst:
Wofür war es einmal hilfreich – und brauche ich es heute noch genauso?
Wenn die Funktion eines Musters verständlicher wird, kann Veränderung oft leichter werden.
Denn dann geht es nicht darum, einen Teil von Dir zu bekämpfen.
Sondern darum, neue Möglichkeiten zu entwickeln, die heute besser zu Deinem Leben passen.
Was wir gemeinsam anschauen können
Systemische Arbeit kann beispielsweise hilfreich sein, wenn Du
immer wieder ähnliche Konflikte in Beziehungen erlebst,
bestimmte Rollen in Familie, Partnerschaft oder Beruf automatisch übernimmst,
Schwierigkeiten hast, Dich gegenüber bestimmten Menschen abzugrenzen,
Verantwortung für Dinge übernimmst, die eigentlich nicht vollständig bei Dir liegen,
zwischen verschiedenen Bedürfnissen oder Entscheidungen feststeckst,
familiäre oder partnerschaftliche Dynamiken besser verstehen möchtest,
Dich in einem Team oder einer anderen Gruppe immer wieder in derselben Position wiederfindest,
unterschiedliche innere Bestrebungen besser verstehen möchtest,
oder merkst, dass ein Problem sich nicht sinnvoll erklären lässt, wenn Du ausschließlich auf Dich selbst schaust.
Dabei geht es nicht nur um Erkenntnis.
Systemische Arbeit kann auch helfen, neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und anschließend im Alltag tatsächlich anders zu reagieren.
Was sich entwickeln kann
Je nach Deinem Anliegen kann es beispielsweise darum gehen,
wiederkehrende Rollen und Beziehungsmuster früher zu erkennen,
Zusammenhänge zwischen Deinem Verhalten und Deinem Umfeld besser zu verstehen,
Verantwortung klarer dort zu lassen, wo sie hingehört,
eigene Bedürfnisse und Positionen deutlicher wahrzunehmen,
unterschiedliche innere Bestrebungen besser miteinander in Beziehung zu bringen,
festgefahrene Situationen aus neuen Perspektiven zu betrachten,
mehr Wahlmöglichkeiten im eigenen Verhalten zu entwickeln,
Beziehungen bewusster zu gestalten
und neue Reaktionen im Alltag auszuprobieren.
Das Ziel ist nicht, irgendwann völlig unabhängig von anderen Menschen oder Systemen zu sein.
Wir alle stehen in Beziehungen.
Es geht vielmehr darum, mehr Wahlfreiheit darin zu bekommen, welche Rolle Du darin übernehmen möchtest.
Systemische Therapie ist ein Teil meiner integrativen Arbeitsweise
Ich arbeite nicht ausschließlich systemisch.
Je nach Anliegen kann systemische Arbeit mit anderen therapeutischen Zugängen verbunden werden.
Vielleicht wird durch eine systemische Betrachtung zunächst sichtbar, warum ein bestimmtes Muster immer wieder entsteht.
Danach kann es beispielsweise sinnvoll sein, neues Verhalten konkret zu erproben.
Oder es zeigt sich, dass eine belastende Erfahrung bis heute stark nachwirkt und gezielter verarbeitet werden sollte.
Welche Methode im Vordergrund steht, richtet sich deshalb nicht nach einem festen Schema.
Der therapeutische Zugang soll zum Problem passen – nicht das Problem zur Methode.
Du musst vorher nicht wissen, ob systemische Therapie das Richtige ist
Vielleicht findest Du den systemischen Ansatz interessant.
Vielleicht kannst Du Dir unter einer Aufstellung bisher kaum etwas vorstellen.
Oder Du weißt überhaupt nicht, welche Methode zu Deinem Anliegen passen könnte.
Das musst Du auch nicht vorher entscheiden.
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir zunächst darauf, was Dich aktuell beschäftigt und ob meine Begleitung für Dich passend ist.
Welche therapeutischen Zugänge anschließend sinnvoll sein können, ergibt sich aus Deinem Anliegen und dem gemeinsamen Prozess.
Hinweis zur Methode
Systemische Arbeit ist eine psychotherapeutische Methode, mit der Beziehungen, Rollen, innere Konflikte und andere Zusammenhänge aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden können.
Räumliche Darstellungen oder Aufstellungen werden dabei nicht als objektive Aussagen über andere Personen oder als Vorhersagen verstanden, sondern als Möglichkeit, Dein eigenes Erleben und Deine Wahrnehmung einer Situation sichtbar und bearbeitbar zu machen.
Welche systemischen Methoden eingesetzt werden, richtet sich nach Deinem individuellen Anliegen und dem therapeutischen Verlauf.
Vielleicht erkennst Du Dich auch hier wieder
Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie systemische Therapie mit anderen therapeutischen Methoden in meiner Arbeit verbunden wird.
Wenn Du merkst, dass Du besonders in bestimmten Beziehungen immer wieder über Deine eigenen Grenzen gehst oder Verantwortung übernimmst.
Wenn unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen oder innere Positionen es Dir schwer machen, eine Richtung für Dich zu finden.
